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Der Europäische Forschungsraum: ein Binnenmarkt für Forschung und Innovation
Der Europäische Forschungsraum (EFR, engl. ERA) erfuhr unter der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2020 eine Neuausrichtung. Ziel ist es, einen Raum für den gegenseitigen Austausch zu etablieren und Freizügigkeit für Forschende in ganz Europa zu fördern. Die EU-Mitgliedstaaten kooperieren intensiv, um gemeinsame Forschungsziele zu erreichen.
Durch die Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinweg, bündeln wir Wissen und Ressourcen in Europa. Damit stärken wir den Austausch von wissenschaftlichen Erkenntnissen, Innovationen und neuen Technologien im Europäischen Forschungsraum. Gleichzeitig arbeiten wir stetig daran, mit dem Europäischen Forschungsraum ein attraktives Umfeld für Forscherinnen und Forscher zu schaffen, Mobilität und Zusammenarbeit zu fördern und talentierte Forschende in Europa zu halten. Langfristig sichern wir so die globale Wettbewerbsfähigkeit Europas.
Das BMFTR und die europaweite Zusammenarbeit für Forschung und Innovation
Grundlage für die wissenschaftliche Zusammenarbeit der EU-Mitgliedstaaten im Europäischen Forschungsraum ist der Pakt für Forschung und Innovation in Europa. Er hat zum Ziel, die europäische Forschungs- und Innovationslandschaft zu stärken, indem er
- die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und der EU verbessert,
- die Investitionen in Forschung und Innovation erhöht
- und so langfristig die Widerstandsfähigkeit Europas gegenüber globalen Herausforderungen stärkt.
Der Pakt wird flankiert durch die Policy Agenden des Europäischen Forschungsraums. Die ERA Policy Agenda 2022–2024 setzte mithilfe von 20 Maßnahmen zentrale Impulse für Forschung und Innovation in Europa: Wichtige Themen wie Open Science, Forschungsfreiheit oder Bürgerwissenschaften wurden angestoßen, die den Europäischen Forschungsraum stärken. Mit der neuen ERA Policy Agenda 2025–2027 wird die Zusammenarbeit fortgeführt und um zentrale Zukunftsthemen erweitert: So befinden sich unter anderem Vertrauen in die Wissenschaft, Künstliche Intelligenz in der Forschung, Forschungssicherheit, Ethik in der Forschung und wissenschaftsbasierte Politikberatung unter den neuen Themen der ERA Policy Agenda 2025-2027.
Der Europäische Forschungsraum in Zahlen
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2,2
Rund 2,2 Millionen Menschen forschen in Europa. (Mehr als ein Viertel davon sind in Deutschland)
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18
Die EU liefert 18 Prozent der wissenschaftlichen Publikationen weltweit. (Mehr als 56 Prozent der EU-Publikationen kommen dabei aus Deutschland und drei weiteren EU-Staaten.)
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35,8
Die EU hält 35,8 Prozent der weltweiten KI-Patente. (Deutschland ist innerhalb der EU der größte Patentanmelder.)
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29
Die EU führt global in Patentanmeldungen zu erneuerbaren Energien mit 29 Prozent.
Schwerpunkte der deutschen Forschungs- und Innovationspolitik in der EU
Eine enge Verzahnung der nationalen und europäischen Forschungs- und Innovationspolitik stärkt Deutschland langfristig als attraktiven Forschungsstandort. Ein wichtiger Schritt ist der Ende 2023 im Bundeskabinett beschlossene Nationale Aktionsplan für den Europäischen Forschungsraum. Er legt die Schwerpunkte für die deutsche EU-Forschungs- und Innovationspolitik bis 2027 fest.
Zentrale Punkte des Nationalen Aktionsplans
- Wir treiben die Innovation für einen grünen und digitalen Wandel in Europa voran.
- Wir erleichtern die europaweite Mobilität und fördern exzellente Forschungszusammenarbeit.
- Wir setzen uns für eine freie und wertebasierte internationale Forschungskooperation ein.
Deutschland tätigt EU-weit überdurchschnittliche Investitionen für Bildung und Forschung
Deutschland investiert konsequent in Bildung und Forschung. Mit Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Höhe von 3,17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gehört Deutschland weiterhin zu den forschungsstärksten Volkswirtschaften Europas und übertrifft das EU-Ziel von 3 Prozent.
Horizont Europa
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Neben den nationalen Strategien und Maßnahmen der einzelnen EU-Mitgliedstaaten ist das EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizont Europa das wichtigste Instrument, um die Prioritäten des Europäischen Forschungsraums umzusetzen. Mit 95,5 Milliarden Euro für die Laufzeit von 2021-2027 ist es weltweit das größte Forschungsförderprogramm. Es sichert somit, dass durch Forschung und Innovation politische Ziele – ein grünes und digitales Europa – erreicht werden.