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Das Wichtigste zum Professorinnenprogramm
Das Professorinnenprogramm ist das zentrale Instrument von Bund und Ländern, um die Gleichstellung von Frauen und Männern in Hochschulen zu fördern. Bund und Länder haben dieses Programm gemeinsam entwickelt, um den Anteil von Frauen in wissenschaftlichen Spitzenpositionen in Richtung Parität dynamisch zu erhöhen und damit aktiv der sogenannten Leaky Pipeline entgegen zu treten. Wissenschaftlerinnen werden auf dem Weg zur Lebenszeitprofessur gefördert und im Wissenschaftssystem gehalten. Das Programm läuft seit 2008. Bislang wurden mehr als 1000 Professuren gefördert.
Es wirkt auf zwei Ebenen:
- Die Anzahl der Professorinnen in Deutschland wird erhöht und
- die Gleichstellungsstrukturen an den Hochschulen werden durch spezifische Maßnahmen gestärkt.
Warum brauchen wir ein Professorinnenprogramm?
Frauen sind in Deutschland hervorragend ausgebildet. Sie sind bei den Bildungsabschlüssen bis einschließlich zur Promotion mindestens so erfolgreich wie Männer. Danach jedoch gehen viele Frauen dem Wissenschaftssystem verloren. Überwiegt jeweils bei Abitur und Studienbeginn der Anteil der jungen Frauen leicht, so machen Doktorandinnen nur noch 46 Prozent und Habilitandinnen sogar nur 36 Prozent aus. In der Professorenschaft sinkt der Frauenanteil dann weiter auf aktuell 30 Prozent. Man spricht hier auch von einer Leaky Pipeline. Es muss uns gelingen, die Talente und Potenziale von Frauen nachhaltiger in das Wissenschaftssystem einzubinden. Dafür braucht es die richtigen Rahmenbedingungen und Rollenvorbilder.
Genau hier setzt das Professorinnenprogramm an: Hochschulen qualifizieren sich für eine Teilnahme am Programm durch die Einreichung von Gleichstellungskonzepten, die extern begutachtet werden. Diese Konzepte umfassen insbesondere auf die jeweilige Hochschule ausgerichtete gleichstellungsfördernde Maßnahmen. Denn auch wenn Frauen aufgeholt haben, die meisten Plätze an der Spitze werden in Wissenschaft und Forschung noch immer von Männern besetzt.
Was ist neu im Professorinnenprogramm 2030?
Das Professorinnenprogramm 2030 (PP 2030) hat eine längere Laufzeit als die vorangegangenen Programmphasen. So werden nun drei Förderrunden in acht Jahren möglich (bisher waren es zwei Förderrunden in fünf Jahren). Statt unterschiedlicher Konzepte je nach bisheriger Programmteilnahme gibt es künftig für alle Hochschulen nur noch ein Konzept, mit dem sich die Hochschulen bewerben: das Gleichstellungskonzept für Parität an der Hochschule.
Die Hochschulen haben die Möglichkeit, bei der Erstellung der Gleichstellungskonzepte zusammenzuarbeiten. Die Einreichung selbst erfolgt aber hochschulindividuell. Das PP 2030 hat mit dem neuen Prädikat Gleichstellungsstarke Hochschule für die überzeugendsten Konzepte die Zukunft fest im Blick: Ausgezeichnete Hochschulen können zusätzlich die Förderung einer Nachwuchswissenschaftlerin beantragen und erhalten die öffentlichkeitswirksame Plakette Gleichstellungsstarke Hochschule. Zudem gibt es administrative Vereinfachungen. Überdies rücken Gender-Controlling und geschlechtersensibles Berufungsmanagement stärker in den Fokus.
Finanzvolumen
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150
Millionen Euro für die erste Programmphase (Professorinnenprogramm I, 2008-2012)
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150
Millionen Euro für die zweite Programmphase (Professorinnenprogramm II, 2013-2017)
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200
Millionen Euro für die dritte Programmphase (Professorinnenprogramm III, 2018-2022)
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320
Millionen Euro für die vierte Programmphase (Professorinnenprogramm 2030, 2023-2030)
Ausgewählte Hochschulen im Professorinnenprogramm 2030
In der dritten und finalen Auswahlrunde zum Professorinnenrprogramm 2030 konnten 44 Hochschulen überzeugen. Damit wurden in drei Einreichungsrunden insgesamt 192 Hochschulen positiv begutachtet. Sie haben die Möglichkeit, Anträge für bis zu drei Anschubfinanzierungen für die Erstberufung von Frauen auf unbefristete W2- oder W3-Professuren zu stellen. Details zu den drei Auswahlrunden lassen sich den Pressemitteilungen der GWK entnehmen.
Besondere Würdigung erhalten zudem 39 der zur Förderung ausgewählten Hochschulen: Ihre Gleichstellungskonzepte wurden vom Begutachtungsgremium vor dem Hintergrund der jeweiligen hochschulspezifischen Situation sowie in Bezug auf Typ und Größe am besten bewertet. Für diese Leistung wird ihnen erstmals das Prädikat Gleichstellungsstarke Hochschule verliehen.
Auswahl prämierter Gleichstellungskonzepte Gleichstellungsstarke Hochschule
Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
https://www.filmuniversitaet.de/filmuni/gleichstellung/professorinnenprogramm-2030
Georg-August-Universität Göttingen
https://www.uni-goettingen.de/de/professorinnenprogramm+/679024.html
Hochschule Bremerhaven
https://www.hs-bremerhaven.de/gleichstellung
Hochschule Düsseldorf
https://www.hs-duesseldorf.de/hochschule/einrichtungen/genderdiversity/Seiten/default.aspx
Hochschule Fulda
Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden
Hochschule Nordhausen
Philipps-Universität Marburg
Universität Bayreuth
So funktioniert der Bewerbungsprozess
Das Antragsverfahren ist zweistufig angelegt. Antragsberechtigt sind alle staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen mit Sitz in Deutschland.
Erste Verfahrensstufe
Die Einreichung eines Gleichstellungskonzepts für Parität an der Hochschule war bis zum 31. August 2025 (für die finale dritte Einreichungsrunde) möglich.
Zweite Verfahrensstufe:
Die Einreichung des förmlichen Förderantrags – nach positiver Bewertung des Gleichstellungskonzeptes für Parität an der Hochschule –- bis spätestens
- September 2025 (für die erste Einreichungsrunde) bzw.
- September 2026 (für die zweite Einreichungsrunde) bzw.
- September 2027 (für die dritte Einreichungsrunde).
Start
1.000 geförderte Professorinnen
Das Programm hat 2025 einen besonderen Meilenstein erreicht: Bund und Länder haben mehr als 1.000 mit Frauen besetzten Professuren gefördert.
Wirkt das Professorinnenprogramm?
Unabhängige Prüforganisationen haben die ersten drei Phasen des Professorinnenprogramms jeweils positiv evaluiert. Gemäß der aktuellen Evaluation (2022) ermöglicht das Professorinnenprogramm den beteiligten Hochschulen, sich vertieft und strategisch mit dem Thema Gleichstellung zu befassen. Dies manifestiert sich in nachweisbaren strukturellen Weiterentwicklungen. Auf der Ebene der Zielgruppen (Frauenanteil am wissenschaftlichen Personal) sind positive Wirkungen belegbar. Ein mit dem Professorinnenprogramm annähernd vergleichbares Programm zur Förderung der Chancengerechtigkeit von Frauen und Männern ist in der deutschen Hochschulpolitik auf Bundesebene nicht vorhanden.
Fragen zum Professorinnenprogramm?
Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme hat das BMFTR derzeit den Projektträger des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR-PT) beauftragt, der Ihnen zu Fragen der Projektförderung im Rahmen des Professorinnenprogramms gerne zur Verfügung steht:
DLR Projektträger,
Bereich Bildung, Gender
Abteilung Chancengerechtigkeit, Geschlechterforschung, Vielfalt
Telefon (Mo bis Fr 10 - 15 Uhr): +49 228 3821 2500
E-Mail: pp@dlr.de