Inhalt
Ziele und ausgewählte Flaggschiff-Maßnahmen
Ziel 1: Wir machen Deutschland zu einem führenden Innovationsstandort für Fusionstechnologien. Wir wollen deutsche Unternehmen zu Weltmarktführern bei der Fusion machen und Arbeitsplätze schaffen.
- Wir legen bis Ende 2025 einen strategischen, längerfristigen „Aktionsplan Fusion“ der Bundesregierung für den Weg zu einem Fusionskraftwerk in Deutschland vor.
- Wir erarbeiten gemeinsam mit Expertinnen und Experten bis Ende 2026 die Forschungs- und Innovationsroadmap FusionsEnergie (FIRE) zur Identifizierung der für ein Fusionskraftwerk erforderlichen Technologien.
- Wir beabsichtigen je einen Hub Vernetzungsaktivitäten zur Magnet- und Laserfusion zum Auf- bzw. Ausbau von Forschungsinfrastrukturen und Technologiedemonstratoren für ein Fusionskraftwerk zu realisieren. Mit der Konzeptphase starten wir in 2025.
- Wir starten in 2025 neue Förderinitiativen und spannen den Bogen von „Explorativen Ansätzen der Fusionsforschung“ hin zu „Basistechnologien für die Fusion“.
Ziel 2: Wir unterstützen Innovationen und neue Technologien für die Energiewende, damit die Systemkosten gesenkt werden, keine neuen Abhängigkeiten entstehen und die Resilienz unseres Energiesystems gestärkt wird. Mithilfe von Spitzenforschung entwickeln wir Energietechnologien „Made in Germany“ für die Weltmärkte von morgen und übermorgen, damit deutsche Hersteller im Bereich innovativer erneuerbarer Energien im internationalen Wettbewerb eine führende Stellung einnehmen.
Wir werden noch in 2025 die Forschung für Schlüsseltechnologien der Energiewende in einem zielorientierten und technologieoffenen Energieforschungsprogramm der Bundesregierung bündeln. Dabei werden wir die anwendungsorientierte Grundlagenforschung, die angewandte Energieforschung und die experimentelle Forschung in den Bereichen Strom, Wärme, Wasserstoff und Energiesystem abbilden und insbesondere folgende Initiativen auf den Weg bringen:
- Ab 2026 werden wir neue Reallabore der Energiewende starten, um Energieinnovationen in systemischen Dimensionen zu testen. Damit schaffen wir Möglichkeiten für Betriebserfahrungen mit neuen Technologielösungen und stärken das Vertrauen von Investoren und Nutzern.
- Wir starten in 2026 eine neue Forschungsinitiative Tiefengeothermie und flankieren damit unsere energiepolitischen Ziele im Wärmebereich.
- Wir starten in 2026 den Forschungshub Wasserstoff – Hydrogen4Future, um neue Technologiegenerationen entlang der Wasserstoffkette zu stärken.
Handlungsansatz
Stärken | Schwächen |
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Chancen | Risiken |
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Energietechnologien sind ein wesentlicher Wertschöpfungs- und Standortfaktor. Die Energieforschung bietet Lösungen zum Umbau unseres Energiesystems, um künftig klimaneutral, sicher, verlässlich und bezahlbar Energie für Gesellschaft und Industrie bereitzustellen. Deutschland steht im Bereich der Energietechnologien in einem intensiven internationalen Innovationswettbewerb. Im internationalen Ranking der wissenschaftlich-technischen Leistungsfähigkeit nimmt Deutschland mit Südkorea hinter Dänemark und China den dritten Platz in diesem Technologiebereich ein. Mit Blick auf die Produktion ist China noch vor den USA der bei weitem wichtigste Akteur für die Herstellung klimafreundlicher Technologien, insbesondere in den Bereichen Windkraft und Photovoltaik.
Unser Land hat kluge Köpfe, Know-how und das wirtschaftliche Potenzial, neue Exportschlager „Made in Germany“ für globale Energiemärkte zu entwickeln. Und diese Märkte wachsen rasant: Der Weltmarkt für erneuerbare Energietechnologien soll von 700 Mrd. US-Dollar im Jahr 2023 auf über 2 Billionen US-Dollar im Jahr 2035 ansteigen. Mit einer starken Energieforschung, unserer Nachwuchsförderung sowie internationalen Ausbildungsprogrammen können wir für die deutsche Wirtschaft neue Wachstumsimpulse setzen und dadurch ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern. Die zielorientierte und technologieoffene Förderung von innovativen Energietechnologien – von der Geothermie über Photovoltaik, Wind, Batterien und weitere Energiespeicherlösungen sowie Wärmepumpen bis hin zum Wasserstoff und Effizienztechnologien – ist entscheidend. Allein der Markt für Elektrolyseurausrüstung in Europa soll sich bis 2030 auf bis zu 10 Mrd. Euro belaufen. Die weltweite Nachfrage nach leistungsstarken und nachhaltigen Batterien wird bis zum Jahr 2030 um das 14-fache gegenüber 2020 steigen. Allein der globale Markt für Lithium-Ionen-Batterien wird bis 2030 bei ca. 183 Mrd. US-Dollar liegen (2024: 65 Mrd. US-Dollar).
Durch verstärkte Investitionen in die Fusionsforschung wird Deutschland seine Vorreiterrolle in dieser zukunftsweisenden Technologie behaupten. Fusionstechnologie steht für den Aufbau neuer Wertschöpfungsstrukturen sowohl im Forschungsanlagen-, zukünftigen Kraftwerks- und Komponentenbau als auch bei Lieferketten. Durch Spill-over Effekte (z. B. fortschrittliche supraleitende Magnete, neue optische Technologien) kann die Fusion ein Hightech-Motor für unsere Wirtschaft werden. Auch die regulatorische Forschung wird verstärkt werden, um damit unter anderem die Entwicklung untergesetzlicher Regelungen bzw. die Fortentwicklung gesetzlicher Regelungen für Kernfusions(forschungs)anlagen außerhalb des Atomrechts sicherzustellen, sodass zukünftige Fusionskraftwerke unter angemessenen Sicherheitsstandards entwickelt und betrieben werden können.