„Wir alle profitieren täglich von der Raumfahrt“

Raumfahrt 18.08.2025

Warum benötigt Deutschland ein eigenes Raumfahrtministerium? Diese Frage bekommt Bundesministerin Dorothee Bär oft gestellt. Die Kurzantwort: Weil die Raumfahrt den Alltag der Menschen verbessert und neue Technologien voranbringt.

Zitat Dorothee Bär: "Wir wollen auf den Mond!"
© BMFTR

Raumfahrt als Schlüsseltechnologie

„Wir alle profitieren täglich von der Raumfahrt“, sagt Bundesministerin Dorothee Bär. Tatsächlich ist sie in vielerlei Hinsicht Vorreiterin für neue Technologien – und das unter Extrembedingungen: Vakuum, Strahlung, extreme Temperaturen, riesige Distanzen und absolute Fehlerintoleranz. Diese Umgebung zwingt zu technischer Höchstleistung und macht die Raumfahrt zu einer Innovationstreiberin. Viele Entwicklungen, die ursprünglich für Missionen ins All gedacht waren, haben längst Einzug in unseren Alltag gehalten – etwa Akkuschrauber, feuerfeste Materialien für Einsatzkräfte oder der bekannte Memory-Schaum.

Impulsgeber für andere Branchen

Raumfahrt ist aber nicht nur faszinierende Forschung, sondern auch ein strategischer Standortfaktor für Deutschland. Sie beschleunigt Innovationen in vielen Wirtschaftsbereichen. Ein Beispiel ist das europäische Erdbeobachtungsprogramm Copernicus: Seine Sentinel-Satelliten liefern präzise Daten, die Landwirte für eine ressourcenschonende Bewässerung, Düngung und Ernte nutzen können – mit höheren Erträgen bei geringerem Mitteleinsatz. Auch das Navigationssystem Galileo geht weit über die Orientierung im Straßenverkehr hinaus. Seine hochpräzisen Zeitstempel sind unverzichtbar für Finanztransaktionen, Telekommunikation oder die Stabilität von Stromnetzen.

Der wirtschaftliche Nutzen ist messbar: Copernicus soll bis 2030 rund 35 Milliarden Euro für die europäische Wirtschaft bringen, Galileo sogar bis zu 90 Milliarden Euro in den kommenden 20 Jahren. Deshalb ist die Raumfahrt ein fester Bestandteil der Hightech Agenda Deutschland und wird gezielt vom BMFTR gefördert.

Europäische Zusammenarbeit als Eckpfeiler

Gerade in Zeiten globaler Krisen zeigt sich, wie sehr wir auf Raumfahrt angewiesen sind: für die Umweltüberwachung, die Klimaforschung, sichere Kommunikation oder die präzise Steuerung von Energienetzen. Dorothee Bär betont: „Wir müssen unabhängiger werden von Russland und China. Die Forschung im All darf nicht autoritären Staaten oder einzelnen Tech-Milliardären überlassen werden.“

Darum gilt: Eigene wissenschaftliche, technologische und wirtschaftliche Projekte – gemeinsam mit den europäischen Partnern – sind unverzichtbar, um Europas Handlungsfähigkeit im All und auf der Erde zu sichern.