Hightech aus Berlin: Das Ferdinand-Braun-Institut
Aus Teilen der früheren DDR-Forschungseinrichtungen ZOS und ZIE ist das Ferdinand-Braun-Institut (FBH) hervorgegangen. Heute gehört das FBH zur Leibniz-Gemeinschaft und ist ein Hotspot für Zukunftstechnologien. Es erforscht und entwickelt elektronische und optische Komponenten, Module und Systeme auf der Basis von Verbindungshalbleitern.
Erforscht werden Schlüsseltechnologien für Innovationen in
- der Hochfrequenz-Elektronik
- Photonik
- der integrierten Quantentechnologie.
Geforscht wird also an Dingen, die später in der Medizintechnik, der Materialbearbeitung, der Informations- und Kommunikationstechnik, Sensorik oder der Lasertechnologie verwendet werden. Beispielsweise werden am FBH hochleistungsfähige Diodenlaser entwickelt, die bei minimal-invasiven Behandlungen z.B. in der Krebstherapie eingesetzt werden.
Spitzenuni TU Dresden: Von der Wende bis zur Exzellenz
Die Technische Universität Dresden gibt es schon seit 1828. Bereits zu Zeiten der Wiedervereinigung war sie eine der wichtigsten und renommiertesten Universitäten des Landes. In den folgenden Jahren wurden mehrere Fakultäten neu gegründet, Gebäude saniert und gebaut und schon Ende der 90er Jahre galt die TU Dresden als eine der „reformfreudigsten Universitäten“ in Deutschland.
Heute ist die TU Dresden eine der größten Technischen Universitäten in Deutschland. Dabei verfügt sie über ein vielfältiges Fächerspektrum aus
- den Natur- und Ingenieurwissenschaften
- den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften
- der Medizin.
Die TU Dresden ist international renommiert. Im Rahmen der Exzellenzstrategie gehört sie als eine der deutschen Exzellenzuniversitäten zu den leistungsstärksten deutschen Universitäten. Sie hat erfolgreich im Mai 2025 fünf Exzellenzcluster eingeworben. An der TU Dresden gibt es
- 29.000 Studierende, aus
- 128 Ländern
- 8.500 Mitarbeitende, davon
- 600 Professorinnen und Professoren
Vorreiter für Digital Humanities: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW)
Auch die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW) blickt auf eine lange Geschichte zurück. 1700 gegründet als „Kurfürstlich Brandenburgische Societät der Wissenschaften“ änderte sie im Laufe der Jahrhunderte mehrmals ihren Namen. Berühmte Mitglieder der Gelehrtengesellschaft waren zum Beispiel
- die Brüder Grimm
- Wilhelm und Alexander von Humboldt
- Gottfried Wilhelm Leibniz
- Theodor Mommsen
Vor der Wiedervereinigung war die dann als „Akademie der Wissenschaften“ firmierende Akademie die zentrale Forschungseinrichtung der DDR. Zahlreiche Forschungsvorhaben und Bestände übernahm die 1992 gegründete Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften.
Unter diesen wichtigen geisteswissenschaftlichen Langzeitprojekten sind große deutsche und fremdsprachige Wörterbücher und Editionen von Texten und Quellen aus der Antike, dem Mittelalter und der Neuzeit.
Die BBAW ist dabei bekannt für ein aktives Vorantreiben digitaler Technologien in den Geisteswissenschaften (Digital Humanities). Digitale Ressourcen und Tools für wissenschaftliche Editionen, Sammlungen von Texten und Objekten sowie Wörterbücher werden hier entwickelt, im Austausch mit den Communities auf der ganzen Welt.
Fusionsforschung in Greifswald
Das Großexperiment Wendelstein 7-X des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik wird seit 2015 in Greifswald betrieben. Erforscht wird hier die Fusionstechnik, insb. die Magnetfusion vom Typ Stellarator. Ein Stellarator ist ein spezieller Typ von Fusionsreaktor, der ein extrem heißes Plasma mit magnetischen Feldern einschließt. Hier wurden in den vergangenen Jahren Erkenntnisse gewonnen, die für die Fusionsforschung und den möglichen Bau eines Fusionskraftwerks entscheidend werden können.
Fusion ist die Energiequelle der Sonne. Wenn wir es schaffen, den Prozess auf der Erde nutzbar zu machen und ein klima- und umweltfreundliches Kraftwerk zu entwickeln, könnte Fusionsenergie ein bedeutender Teil der Energie der Zukunft werden.
Von Adlershof ins All: Raumfahrt made in Germany
Das ostdeutsche Institut für Kosmosforschung (IKF) in Berlin-Adlershof war vor 1990 stark in der Fernerkundung der Erde und der Extraterrestrik sowie der Materialforschung im All aktiv. Nach der Wende ging das IKF in der Deutschen Forschungsanstalt für Luft- Und Raumfahrt – dem heutigen Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) auf.
Heute ist das DLR ist das Forschungs- und Technologiezentrum für Luft- und Raumfahrt in Deutschland. Es ist eine auf Innovation und Transfer ausgerichtete anwendungsorientierte Forschungseinrichtung
- mit mehr als 11.000 Mitarbeitenden
- an 30 Standorten deutschlandweit
- mit Büros in Brüssel, Paris, Tokio und Washington D.C.
35 Jahre Deutsche Einheit sind auch 35 Jahre erfolgreicher Wissenschaftsstandort Deutschland. Die hier vorgestellten Beispiele – vom Fusionsreaktor in Greifswald über die Exzellenzuniversität Dresden bis zum DLR in Adlershof – zeigen nur einen kleinen Ausschnitt dessen, was im geeinten Deutschland entstanden ist. Aus der Zusammenführung von Forschungseinrichtungen aus Ost und West ist ein dynamischer, international anerkannter Wissenschaftsraum gewachsen, der in vielen Bereichen weltweit Maßstäbe setzt.