Satelliten sind ein wichtiger Bestandteil moderner Kommunikation. Sie sammeln Daten, übertragen Informationen und ermöglichen den weltweiten Austausch in kurzer Zeit. Doch wie können Satelliten Daten direkt untereinander austauschen? Eine Lösung bietet die Laserkommunikation. Dabei werden Informationen mithilfe von Infrarot-Laserstrahlen direkt von einem Satelliten zum nächsten übertragen.
Das deutsche Unternehmen Tesat‑Spacecom GmbH & Co. KG ist Marktführer für Laserkommunikations-Terminals, die Satelliten miteinander vernetzen. In der Vergangenheit hat Tesat bereits bei nationalen und europäischen Satellitenprogrammen wie Heinrich-Hertz oder Galileo bedeutende Beiträge geleistet. Bundesministerin Dorothee Bär besuchte das Unternehmen und würdigte seine Schlüsselrolle für die deutsche Raumfahrt‑ und Industriepolitik.
Satellitenkommunikation ist ein wesentlicher Baustein für unsere Resilienz. Umso wichtiger ist es, dass Deutschland in diesem Bereich bestens aufgestellt ist, mit exzellenter Forschung und leistungsfähigen Unternehmen. Die Firma Tesat ist ein gutes Beispiel dafür, die Raumfahrt-Welt vertraut auf Hightech „Made in Germany“.
Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt
Das BMFTR unterstützt im Rahmen des Raumfahrtprogramms für Innovation und internationale Kooperation (RIKo) das Verbundprojekt „SCOT30 - Entwicklung und Prozesstechnologie eines kompakten Laserkommunikations-Terminals mit Grobausrichtungseinheit“. Beim Besuch des Unternehmens überreichte Bundesministerin Dorothee Bär die Förderurkunde. Ziel des Projekts ist es, Kleinsatelliten an große Satelliten‑Kommunikationsnetze anzubinden und viele Kleinsatelliten direkt miteinander zu vernetzen. Somit stärkt es die technologische Unabhängigkeit der deutschen Raumfahrt.
Spitzenforschung an der Universität Stuttgart
Im Anschluss besuchte Bundesministerin Dorothee Bär gemeinsam mit der baden-württembergischen Wissenschaftsministerin Petra Olschowski die Fakultät für Luft- und Raumfahrttechnik und Geodäsie der Universität Stuttgart. Die Fakultät forscht unter anderem zu Antrieben, Satelliten und Raumfahrtsystemen und fördert die Ausbildung und den Austausch zwischen Forschung und Industrie.
Während ihres Besuchs tauschte sich Bundesministerin Dorothee Bär mit den Forscherinnen und Forschern des Instituts aus. Neben den innovativen Forschungsprojekten stand die Bedeutung und Stärkung des deutschen Raumfahrtsektors im Mittelpunkt.
Zusammenarbeit von Tesat-Spacecom und der Universität Stuttgart
Das Projekt EIVE zeigt, wie Forschung und Industrie zusammenarbeiten: Neben anderen deutschen Instituten und Firmen unterstützt Tesat-Spacecom das Projekt bei der Untersuchung von Strahlungseffekten, der Entwicklung von Elektronik und der Kommerzialisierung. Das Institut für Raumfahrtsysteme (IRS) der Universität Stuttgart entwickelt den Satellitenbus des EIVE CubeSats und leitet die Integrations- und Testkampagne.
Im Rahmen des Projekts wird eine der weltweit ersten Satellitenverbindungen im E-Band direkt im Weltraum getestet. Ziel ist es, neue Frequenzbereiche für die breitbandige Satellitenkommunikation zu erschließen und den steigenden Bedarf an Datenraten zu decken.