Heute ist die ESA-Ministerratskonferenz in Bremen zu Ende gegangen. Deutschland stellt mit 5,4 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt eine Rekordsumme bereit.
Dazu erklärt die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt Dorothee Bär:
„Heute starten wir Deutschlands Zukunft im All. Deutschland ist beitragsstärkster ESA-Mitgliedstaat. Wir stellen aus dem Bundeshaushalt 5,4 Milliarden Euro bereit. Ich bin wirklich stolz, dass wir es geschafft haben, unseren Beitrag so deutlich zu steigern. Ich danke auch dem Bundesverteidigungsministerium, das sich erstmalig am deutschen ESA-Beitrag beteiligt. Gerade in der angespannten Haushaltslage ist das ein klares Signal: Raumfahrt ist eine Investition in unsere Zukunft. Mit Deutschland und Europa ist in der Raumfahrt zu rechnen.
Durch dieses große deutsche Engagement, sowohl finanziell als auch durch die von uns gezeichneten Programme, stärken wir die ESA entscheidend. Und die ESA vollzieht nun auch den Paradigmenwechsel hin zu wettbewerblichen, nutzer- und anwendungsorientierten Ansätzen. So sorgen wir für Souveränität im All und schaffen Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung in der deutschen Wirtschaft - in der Raumfahrt und darüber hinaus. Mit Deutschland und Europa ist in der Raumfahrt zu rechnen. Auf dieser ESA-Ministerratskonferenz ist es uns gelungen, beeindruckende Programme festzuzurren. Davon werden wir alle in Europa profitieren.“
Hintergrund:
Bei der ESA-Ministerratskonferenz haben die Mitgliedstaaten das Gesamtprogramm der ESA für die nächsten drei Jahre festgelegt. Deutschland stellt 5,4 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt für die ESA bereit. Der deutsche Beitrag steigt damit um etwa 30 Prozent. Das ist eine deutsche Rekordsumme. Damit ist Deutschland größter ESA-Beitragszahler. Die ESA beziffert die Summen inflationsbereinigt, so dass der deutsche Beitrag in dieser Rechnung bei 5,1 Milliarden Euro liegt.
Aus deutscher Sicht besonders relevante ESA-Programme:
- Die European Launcher Challenge (ELC): Im Rahmen dieses Wettbewerbs werden die Trägerraketen der Zukunft ausgewählt. Mit gleich zwei deutschen New-Space Start-ups sind wir besonders gut im Rennen, um die Trägerraketenentwicklung und deren Bau in Deutschland voranzutreiben. Das ist besonders wichtig für einen unabhängigen Zugang zum All. So wird es möglich unsere Satelliten auch selbständig in den Weltraum zu bringen. Für unsere Souveränität ist das unerlässlich. Die ELC steht besonders für den von uns geforderten Paradigmenwechsel hin zu wettbewerblichen, nutzerzentrierten und serviceorientierten Ansätzen.
- Die Programme ARTES Scylight (Satellitenkommunikation) und FutureNAV (Satellitennavigation): Sie bringen herausragenden Mehrwert für die deutsche Gesellschaft und die deutsche Wirtschaft sowie für unsere Sicherheit und Souveränität. Entwicklungen in der Satellitenkommunikation mit Lasern werden enorme Datenraten ermöglichen. In der Quantenkommunikation wird ein erster Demonstratorsatellit realisiert werden, für Abhörsicherheit auch in Zukunft. Im Bereich Satellitennavigation wird an noch präziserer Navigation und Positionsbestimmung gearbeitet. Das ist essenziell für autonomes Fahren und Fliegen. Wir ermöglichen beispielsweise Entwicklungsaktivitäten für Demonstratoren im Bereich Quantentechnologie und KI – eine perfekte Verknüpfung zu zwei Schlüsseltechnologien der Hightech Agenda Deutschland.