Die Raumfahrt wird zu einer entscheidenden Frage für Europas technologische und strategische Souveränität. Dies verdeutlichte auch der International Space Summit in Paris am 9. und 10. September 2026.
Dazu erklärt die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt Dorothee Bär:
„Die europäische Raumfahrt hat die nächste Stufe gezündet. Hin zu mehr Wettbewerb, mehr Resilienz, mehr Souveränität - das hat der International Space Summit in Paris deutlich gemacht. Mit dem erfolgreichen Start von Isar Aerospace hat Deutschland mit seinen europäischen Partnern gezeigt, dass wir Vorreiter beim Thema Raumfahrt sind. Raumfahrt ist längst ein strategisches Forschungsfeld – für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit ebenso wie für Sicherheit, Kommunikation sowie für die Erweiterung unseres Wissens durch Exploration. Wir wollen gemeinsam mit unseren europäischen Partnern die Weichen stellen, um Innovationen zu ermöglichen, den Wettbewerb zu stärken und zugleich unseren gemeinsamen Werten verpflichtet zu bleiben. Unser Ziel ist eine starke, wettbewerbsfähige und wertebasierte europäische Raumfahrt, die Deutschland als führenden Wissenschafts-, Technologie- und Innovationsstandort stärkt.“
Hintergrund
Jüngste Erfolge zeigen die Stärke der europäischen Raumfahrt. Dazu zählt der erfolgreiche Start der Spectrum-Rakete von Isar Aerospace am 5. September 2026, bei dem die Trägerrakete den Orbit erreichte. Die starke Zusammenarbeit Europas zeigte sich zudem bei der Entwicklung und dem Bau des European Service Module (ESM) für die Mondmission Artemis II. Das ESM versorgte das Orion-Raumschiff während der Mondumrundung unter anderem mit Energie, Wasser und Sauerstoff.
Der International Space Summit bot den Rahmen für mehrere gemeinsame Erklärungen zu zentralen Zukunftsfragen der Raumfahrt. So bekannten sich die EU-Staaten, die EU-Kommission, die ESA und die Industrie zu einer gemeinsamen Vision für einen unabhängigen Zugang zum Weltraum und ein souveränes Erdbeobachtungssystem. Auf dem Gipfel wurden außerdem weitere Absichtserklärungen verkündet:
- Eigener Zugang zum Weltraum: Die Vertreter des Rates der Europäischen Union, der Europäischen Kommission und der ESA-Mitgliedstaaten verständigten sich auf eine langfristige Vision für die europäische Raumtransport-Infrastruktur bis 2045. Dazu gehört beispielsweise der Transport von Satelliten ins All. Ziel ist ein autonomer, zuverlässiger und kosteneffizienter Zugang zum Weltraum.
- Faire Nutzung von Frequenzen und Satellitenbahnen: Die Vertreterinnen und Vertreter aus den EU-Mitgliedstaaten, der ESA, der Europäischen Kommission und weiteren internationalen Partnern bekräftigten die zentrale Rolle der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) bei der Vergabe und Nutzung von Funkfrequenzen und Satellitenbahnen. Das ist wichtig, um Störungen zwischen Satelliten-systemen zu vermeiden und Staaten sowie Unternehmen weltweit einen fairen Zugang zu den begrenzten Ressourcen im All zu ermöglichen.
- Offene Daten für die Forschung: In einer Vereinbarung sprachen sich die Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer dafür aus, wissenschaftliche Daten aus dem Weltraum weltweit frei und offen zugänglich zu machen. Gemeinsame Standards sollen dafür sorgen, dass die Daten zuverlässig und international nutzbar sind. So können Forschungseinrichtungen weltweit wissenschaftliche Erkenntnisse austauschen und gemeinsam nutzen.
- Sicherheit und Nachhaltigkeit im All: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Internationalen Space Summits in Paris vereinbarten außerdem, sich für eine sichere und nachhaltige Nutzung des Weltraums einzusetzen. Dafür wollen sie die internationale Zusammenarbeit stärken und gemeinsame Regeln und Standards für mehr Sicherheit und Nachhaltigkeit im All weiterentwickeln. Ein besserer Austausch von Informationen über Satelliten und andere Objekte soll zudem helfen, Zusammenstöße zu vermeiden und den Weltraum langfristig nutzbar zu halten.
- Starke Erdbeobachtung: Die Vertreterinnen und Vertreter der EU-Mitgliedstaaten, der Copernicus-Teilnehmerstaaten, internationale Organisationen, Raumfahrtbehörden, wissenschaftliche Institutionen und internationale Partner bekräftigten in Paris ihre Unterstützung für das Copernicus-Programm. Das europäische Erdbeobachtungs-programm liefert wichtige Daten unter anderem für die Beobachtung von Klima und Umwelt.