Mikroelektronik
Schlüsseltechnologien , 3
Blätterfunktion
Ziel 1: Wir ermöglichen leistungsfähige Chips „Designed in Germany“ und machen Deutschland zum europäischen Zentrum für Chip-Design.
- Wir planen, bis 2026 ein Kompetenzzentrum Chip-Design aufzubauen, und diskutieren dessen Ausgestaltung bereits dieses Jahr mit Wissenschaft und Unternehmen. Mit einer Challenge zu Open-Source Tools für das Chip-Design fördern wir im Jahr 2025 ein lebendiges und souveränes Design-Ökosystem in Deutschland. Zum Erreichen vertrauenswürdiger Chip-Hardware entlang der gesamten Lieferkette setzen wir auch auf offene Standards, Open Hardware, Privacy-by-Design-Verfahren und die internationalen Normungsaktivitäten in diesem Bereich.
- Mit einer Design-Initiative unterstützen wir die Entwicklung smarter und energieeffizienter KI-Chips und bringen sie in Schlüsselbranchen in die Anwendung. Wir starten 2025 mit einem ersten Leitprojekt für den „Supercomputer“ im Auto und machen so unsere Automobil- und Maschinenindustrie fit für die Zukunft.
Ziel 2: Wir stärken gezielt den Transfer vom Labor in die industrielle Umsetzung in Wachstumsfeldern und bauen ein Ökosystem für „Advanced Semiconductor Technologies“ in Deutschland und Europa auf.
- Mit einem Lab-to-Fab-Accelerator zünden wir 2026 die zweite Stufe der EU-Chips-Act-Pilotlinie an der Forschungsfabrik Mikroelektronik. Wir ermöglichen Unternehmen so einen einfachen Zugang zu Cutting-Edge-Technologien wie Advanced Packaging und Chiplets. Gerade innovative KMU können auch von Kleinserien-Fertigung für neue Anwendungsfelder profitieren.
- Wir unterstützen gemeinsam mit Unternehmen die erstmalige gewerbliche Nutzung von neuen Mikroelektronik-Technologien auch weiterhin im Rahmen von Vorhaben von gemeinsamem europäischem Interesse (IPCEI). Gemeinsam mit Frankreich und den Niederlanden koordinierend bereiten wir ein weiteres IPCEI im Bereich Mikroelektronik vor, welches 2026 der Europäischen Kommission vorgelegt werden soll. So legen wir den Grundstein u. a. für ein starkes Ökosystem im Advanced Packaging und halten unsere Industrie international wettbewerbsfähig.
Ziel 3: Wir steigern die Marktanteile deutscher und europäischer Mikroelektronik Unternehmen und erhöhen unsere technologische Souveränität.
- Wir geben mit einer Mikroelektronik-Strategie „Forschung, Fachkräfte und Fertigung“ Orientierung und machen Deutschland zu einem attraktiven Investitionsstandort in diesem Bereich.
- Wir holen unter Nutzung der beihilferechtlichen Möglichkeiten des Europäischen Chip-Gesetzes neue Fabriken zur Fertigung von Chips, Ausrüstung und Vorprodukten nach Deutschland bzw. bauen bestehende Fabs weiter aus, und festigen so Deutschlands Position als Chip-Produktionsstandort Nr. 1 in Europa. Wir verringern damit unsere Abhängigkeit von Dritten und halten im internationalen Wettbewerb wichtige Fähigkeiten in Deutschland.
- Wir bündeln passgenaue Qualifizierungswege für mehr und besser ausgebildete Fachkräfte in der Mikroelektronik durch die neue Microtec Academy. Damit reagieren wir auf steigende Bedarfe durch den Auf- und Ausbau von Chip-Fabriken und Chip-Design-Zentren.
Ziel 4: Wir stärken die Resilienz von Lieferketten und mindern kritische Abhängigkeiten in der Chip-Versorgung.
- Wir analysieren bestehende Abhängigkeiten in den Lieferketten sowie die Chancen für neue Mikroelektronik-Wertschöpfung und handeln in Abstimmung mit den nationalen und europäischen Stakeholdern entsprechend. Wir wollen die Lieferkettensicherheit, besonders von Sicherheitschips, substantiell stärken durch einen Ausbau der Fertigungsschritte in Deutschland.
- Wir wollen von den Besten lernen und bauen daher unsere Partnerschaft mit internationalen Technologieführern wie auch in multilateralen Foren Wir verringern so technologische und geopolitische Abhängigkeiten und bringen neue Fähigkeiten nach Deutschland.
Handlungsansatz
Stärken | Schwächen |
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Chancen | Risiken |
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Mit dem Fortschreiten der Digitalisierung sind unser Alltag und die Arbeitswelt zunehmend von Mikroelektronik und Chips durchdrungen. Mikroelektronik steckt nicht nur in Mobiltelefonen, Tablets und Computern. Mikroelektronik regelt auch die Energieversorgung, steuert die Datenströme im Internet und ermöglicht eine sichere, vernetzte und automatisierte Mobilität. Die Förderung und der Ausbau der bestehenden Mikroelektronik-Forschungslandschaft in Deutschland schafft die Grundlage, um das Erreichen der anderen Ziele der Hightech Agenda Deutschland zu unterstützen, besonders im Bereich KI, Quantentechnologie und Energieversorgung.
Deutschland ist der größte Mikroelektronikstandort der EU. Die Mikroelektronik ist forschungsintensiv und trägt etwa 4 Prozent direkt und etwa 15 Prozent indirekt zum deutschen Bruttoinlandsprodukt bei. Das Potenzial, die Wertschöpfung weiter zu steigern, ist groß. Mit einem weltweiten Umsatz von 630 Mrd. US-Dollar bildet die Chip-Industrie die Basis für einen mehr als zehn Mal höheren Umsatz in den Anwenderindustrien (u. a. Autoindustrie, Maschinenbau, Energie- und Medizintechnik).
Mit einem Produktionsanteil von ca. 10 Prozent am Weltmarkt produziert Europa dabei nur etwa halb so viele Halbleiter, wie es selbst benötigt. Zudem ist Europa insbesondere bei besonders leistungsfähigen Chips technologisch abhängig und damit in der Selbstbestimmungsfähigkeit im Bereich KI, Server und Kommunikation beeinträchtigt. Auch für die Sicherheit und Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und Europas spielt die Verfügbarkeit sicherheitsrelevanter Chips eine wichtige Rolle. In einigen Bereichen, wie bei der Elektronik zur Wandlung elektrischer Ströme, bei Mikrocontrollern für Steuerung und Automatisierung und Elektronik für das Automobil gibt es jedoch wettbewerbsfähige Unternehmen und Forschungseinrichtungen.
Wir wollen in einem international stark wachsenden Markt unsere technologischen Stärken ausbauen. Der Chip-Markt soll Prognosen zufolge weltweit auf 1 Billion US-Dollar im Jahr 2030 wachsen. Treiber sind insbesondere die stark zunehmende Anwendung von KI und das Wachstum bei Cloud-Computing. Vor allem bei Anwendungen in der Industrie bieten sich für Deutschland neue Chancen bei eigenen KI-fähigen und energieeffizienten Chips und Rechentechnologien. Dabei ist besonders der hohe Wertschöpfungsanteil des Chip-Designs als Investitionsfeld für Deutschland attraktiv. Die Mikroelektronik ist zudem Gegenstand geopolitischer Auseinandersetzungen und besonders sicherheitsrelevant. Substantielle Investitionen in unsere eigene Wettbewerbsfähigkeit und Souveränität sind deshalb notwendig.